Bedroht und trotzdem fröhlich

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Bedroht und trotzdem fröhlich? Das Osterlamm macht es vor (Foto: iStock)

An die Liebe glauben – obwohl man gerade alleine ist? Glauben, dass alles gut wird – obwohl man gerade im Krankenhaus auf das Untersuchungsergebnis wartet? Glauben, dass all der Mist bald ein Ende hat – obwohl man gerade bis zum Hals drinsteckt? Das fällt alles furchtbar schwer. Glauben, obwohl man nichts sieht, was ihn begründen könnte.

Doch dann versteckt sich hinter all dem Belastenden irgendwo das Gefühl, dass man das Schwere nicht auf sich belassen will. Man spürt die trotzige Gewissheit, dass da doch etwas sein muss, ein Sinn, ein Halt, eine neue Möglichkeit. Dass all die bösen Mächte, die einem das Leben schwer machen, am Ende nichts zu sagen haben.

Vielleicht wird so Ostern für uns zur Wirklichkeit: Nichts muss so schlimm bleiben, wie es ist. Keine Bedrohung soll uns die Freude am Leben nehmen.

Predigttext am Ostersonntag, 21. April 2019, ist Johannes 20, 11-18.
Predigttext am Ostermontag, 22. April 2019, ist Jesaja 25, 6-8.
Predigttext am Sonntag, 28. April 2019, ist 1. Petrus 1, 3-9.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonn- und Feiertag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Leidenszeit

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Foto: iStock

Dass Menschen leiden, braucht uns niemand zu erzählen. Lebensbedrohliche Krankheiten, tödliche Unfälle, seelische Nöte sind allgegenwärtig. Wir müssen uns nur umschauen, wenn wir nicht gar, Gott bewahre!, selbst davon betroffen sind.

Ist Leiden nun ein Zeichen, dass man Pech hatte, versagt hat oder einem einfach die Götter nicht wohlgesonnen sind?

Mir hilft keiner dieser Gedanken, sondern nur der christliche: Dass wir Gott gerade in den dunklen Stunden nahe sind und gehalten werden, wo wir nicht mehr weiter wissen.

Nach Karfreitag wird Ostern kommen – wunderbar!

Predigttext an Karfreitag, 19. April 2019, ist Johannes 19, 16-30

Pfarrer Treiber predigt sonn- und feiertags um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim

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An der Seite der Schwachen

Obdachlos

Foto: Aufbaugilde

Es ist einfach schön, dass es Menschen gibt, die einen lieben. Es ist ein großes Glück, gesund zu sein, und wenn man auch noch so viel Besitz hat, dass man sich manche guten Möglichkeiten im Leben auch leisten kann, dann ist das einfach herrlich. Doch solche Glückskinder sind leider nicht alle, der eine muss jeden Cent zweimal herumdrehen, der zweite ringt mit einer bedrohlichen Erkrankung und der dritte wird von anderen gemobbt und ausgegrenzt.

Für Jesus ist unser Platz ohne Zweifel genau an deren Seite. „Zur rechten Zeit mit den Müden reden“ hatte er als Ratschlag aus dem Alten Testament übernommen. Und heute wird das auch heißen: An der Seite derer zu stehen, die keine Lobby haben, die ausgegrenzt sind und für die niemand sich groß einsetzt.

Manchmal muss man dafür – zum Glück meist nur im übertragenen Sinne – Schläge einstecken. Aber es ist und bleibt richtig, in jedem Menschen ein Kind Gottes zu sehen.

Predigttext am Palmsonntag, 14. April 2019, ist Jesaja 50, 4-9.

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Wahrheit ist nicht gleich Wahrheit

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Foto: Matthias Treiber

Ein junge Frau in einer fernen Welt. Sie hat eine abenteuerliche Reise hinter sich und begegnet nun ihrem verstorbenen Vater. Alle Ängst und Zwänge scheinen wir abgestreift und sie erkennt: „Es ist alles ganz anders.“ – Wenn Sie den Film „Contact“ noch nicht kennen, würde ich Ihnen den gerne als Vorbereitung auf die Ostertage empfehlen. Es geht darin um die Frage nach einer Wahrheit, die allem zugrunde liegt und uns dennoch verborgen ist.

Um die offenkundigen Wahrheiten – dass die Erde eine Kugel ist, Menschen auf dem Mond waren und Impfen richtig ist – streiten nur Dummköpfe. Hier ist Wahrheit tatsächlich ein richtig beschriebener Sachverhalt, und von Verschwörungstheoretikern dürfen wir uns davon nicht irritieren lassen.

Aber dass es die eine Wahrheit hinter allem gibt, Gott genannt, stellt Pilatus zwar zynisch in Frage, aber Jesus steht als persongewordene Antwort vor ihm: In der Wirklichkeit des Reiches Gottes ist alles ganz anders, als es hier aussieht, die Wahrheit liegt in der Liebe und der Tod behält nicht das letzte Wort.

Predigttext am Sonntag, 7. April 2019 ist Johannes-Evangelium 18,28 bis 19,5.

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Fakten und Erfahrungen

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(Foto: public domain)

Wenn zwei Menschen das Gleiche sehen, sehen sie nicht das gleiche. Beim Blick auf das Sportbecken im Freibad sieht der eine den Ort seiner größten Demütigung, weil er sich damals Angst hatte, vom 5-Meter-Turm zu springen und wieder die Leiter herunterstieg, während der andere den Ort seines größten Glückes sieht, weil er hier die Frau fürs Leben kennenlernt. Die Welt der Erfahrungen ist eben etwas anders als die Welt der Fakten. Und zu den Erfahrungen zählen Glaube, Liebe und Hoffnung, die sich deshalb nicht beweisen lassen, sondern nur erleben.

Wichtig ist, beides deutlich zu unterscheiden. Glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, kann man nicht, denn das ist nur Blödsinn und leicht zu widerlegen. Aber ebenso fragwürdig wäre es, Vertrauen für sinnlos zu halten, nur weil die Fakten dagegen sprechen. Wir leben eben nicht vom Brot allein, sondern von Glaube, Liebe und Hoffnung.

Ihr

Matthias Treiber

Predigttext am Sonntag, 31. März 2019 ist Johannes-Evangelium 6, 47-51

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Gegen den Strom

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Der Prophet Jeremia von E.M.Lilien (Abb. wikicommons/gemeinfrei)

„Wer gegen den Strom schwimmt, darf nicht damit rechnen, dass dieser die Richtung ändert,“ lautet ein Aphorismus des polnischen Lyrikers Stanislaw Jerzy Lec. Das stimmt. Manchmal muss man Kraft und Mut aufbringen, wenn man zu dem stehen möchte, was man als richtig erkannt hat oder woran man glaubt. Und die oft vielgerühmten „Querdenker“ stoßen nur bei denjenigen auf Toleranz, die eine ähnliche Meinung vertreten.

Die alttestamentlichen Propheten sind Musterbeispiele dafür. Gehört man nicht auf sie, manche ihrer Ansichten wären heute sicher auch fragwürdig. Langfristig waren sie allerdings erfolgreich. Man hört ihre Mahnungen, gerecht zu sein, bis heute, während ihre Widersacher nichts hinterlassen haben.

So ist das vermutlich auch mit den heutigen „Querdenkern“ für die gilt, was Steve Jobs schon im berühmten Apple-Werbespot 1997 über sie gesagt hat: „Man kann sie ablehnen. Aber was man nicht kann, ist sie ignorieren, weil sie Dinge verändern, die die Menschen weiterbringen.“

Predigttext ist Jeremia 20, 7-11a

Pfarrer Treibe Predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Gott liebt mich, spür ich

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Seit 2.000 Jahren gilt jedem Menschen die Verheißung, dass Gott ihn liebt (Foto: privat)

Wer versucht, anderen Menschen im Geist der Nächstenliebe zu begegnen, der merkt, dass das einfach richtig ist. Davon bin ich überzeugt, weil alle, die mies handeln, dies irgendwie versuchen zu rechtfertigen oder zu ignorieren oder einfach nur bescheuert sind. Und wer anderen etwas Gutes tut, fühlt sich selbst besser. Warum? Weil er merkt, dass es so sein sollte.

Ähnlich wie mit dem Satz von Jesus, dass man seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst, geht es mir mit dem Glauben überhaupt. Beweisen kann ich nicht, dass alles hier auf Erden einen Sinn hat und dass es eine Wahrheit gibt, die in der Ewigkeit verankert ist und durch Jesus verkündigt wurde. Aber ich spüre manchmal mehr, manchmal weniger, dass das für mich stimmt. Gott liebt mich, sonst gäbe es mich nicht.

Predigttext am Sonntag, 17. März 2019, ist Johannes-Evangelium Kapitel 3, Verse 14 bis 21.

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